#31: Kuschel-Cafés

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Mitten im urbanen Tokioter Gewirr liegt ein merkwürdiger Rückzugsort vor der Einsamkeit: das Soine-ya, oder Kuschel-Café. Hier wird menschliche Verbindung in stillen Momenten verkauft – keine Intimität, keine Konversation, nur das Nebeneinanderschlafen mit einer Frau. Für etwa 25 Dollar erhält man die grundlegendste Form des Trostes; ein längeres Nickerchen kann 400 Dollar kosten.
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Seltsam spezifische Zusatzleistungen, wie drei Minuten Haarstreicheln oder verlängerter Augenkontakt, verwischen die Grenze zwischen beruhigend und surreal. Diese Dienste richten sich an eine Kultur, die mit Isolation zu kämpfen hat, und bieten flüchtige Wärme in transaktionaler Form. Selbst Schlaf kann in einer Gesellschaft, die auf Zurückhaltung aufgebaut ist, ein gemieteter Trost sein.

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